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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 23.07.2019 um 14:25:23

Rund um den Burgenlandkreis: Folge 27 - Kleinhelmsdorf

Tierisches Vergnügen im Garten hinterm Haus

In unserer Serie rund um den Burgenlandkreis entdecken wir heute den Ort Kleinhelmsdorf.
Kleinhelmsdorf (mh).
Im Garten von Familie Morawe summen die Bienen über die bunte Blütenpracht. Gleich nebenan schnurpsen sich Schildkröten durch Löwenzahn und Co. Bedächtig schnappt sich die Afrikanische Spornschildkröte Oskar eine Distel mit lilafarbener Blüte und lässt sie vor dem Schnabel hin und her tanzen. „Meine Tante hat ein Paradies für Schildkröten erschaffen“, sagt Patrick Lochmann, der zu Besuch aus Frankfurt da ist. Der 39-Jährige genießt die Ruhe in Kleinhelmsdorf und versucht so oft wie möglich hier her zu kommen: „Es ist so gemütlich: die Vögel zwitschern und die Frösche quaken. Vom stressigen Alltag bekommt man hier nichts mit. In der Gegend scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.“

Eine große Leidenschaft
Gern beobachtet Patrick Lochmann die griechischen Schildkröten, deren Winterquartier der Keller von Tante Martina und Onkel Fred Morawe ist. Seit zehn Jahren kümmert sich die Kleinhelmsdorferin um die gepanzerten Reptilien. Ihre Zwillingsschwester - die Mutti ihres Neffens - arbeitete damals im Tierheim, als eine Schildkröte abgegeben wurde.    Das war der Beginn einer großen Leidenschaft. „Die älteste Schildkröte ist 49 Jahre alt und heißt Suse. Zurzeit gräbt sie Probe, da  sie demnächst  Eier legen möchte.“

Schlittenfahrten und Heuernte
Martina Morawe ist in Kleinhelmsdorf aufgewachsen. Früher arbeitete sie als Sozialarbeiterin in Bad Dürrenberg und Eisenberg.   Sie liebt den Zusammenhalt im Dorf und engagiert sich im 1999 gegründeten Heimatverein und in der Singegruppe. Gern erinnert sie sich an ihre Kindheit im Dorf: „Der Busplatz war früher der Anger. Das war der Treffpunkt für alle Kinder“, erzählt die 1955-Geborene. „Im Winter sind wir mit dem Schlitten über die Straße runter zum Bad - dem heutigen Löschteich - gerodelt. Heute bei dem Straßenverkehr nicht mehr vorstellbar.“ Eine weitere schöne Kindheitserinnerung ist für Martina Morawe die Heuernte, nach der die Kinder mit der Milchkanne zur Kneipe gegangen sind und sich Fassbrause geholt haben: „Das war für uns Mädchen und Jungen ein großes Highlight. Viel gab es ja früher nicht.“

Im nächsten Jahr hofft die Familie auf eine große Jubiläumsfeier im Park in Kleinhelmsdorf: „Ich werde 40 Jahre und meine Omi feiert ihren 90. Geburtstag“, erklärt Patrick Lochmann. In diesem Park werden auch die Dorf- und Kinderfeste gefeiert. Der Schatten der großen Bäume lud erst kürzlich zum gemeinsamen Fest ein. „Trotz der Hitze war es gut besucht“, freut sich Martina Morawe. „Wir Kleinhelmsdorfer halten eben zusammen.“ Ihr Neffe Patrick lacht und fügt hinzu: „Ja, hier gibt es aufmerksame Nachbarn. Als ich gestern Abend ins Haus ging, rief gleich der Nachbar an und fragte, ob dies seine Richtigkeit hat.“

Der Liebe wegen umgezogen
Weiter vorn in der Straße wohnt Syrta Klöpfel. Geschickt schneidet die 89-Jährige mit der Gartenschere die verblühten Rosen ab. Heute hat sich die Rentnerin den Vorgarten vorgenommen. 1952 ist sie aus Weißenborn nach Kleinhelmsdorf gezogen - der Liebe wegen. „Es war immer etwas los im Dorf. Heute ist es ruhiger geworden.“ Dennoch liebt sie das Leben hier, auch wenn es weder Bäcker noch Konsum gibt. Zum Einkaufen fährt sie mit ihrem Sohn nach Eisenberg - die Fahrt dauert keine zehn Minuten.

Syrta Klöpfel lernte in Zeitz den Beruf der Industriekauffrau. Später arbeitete sie in der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft in Weickelsdorf. Danach fing sie im örtlichen Betonwerk Herrmann im Verkauf an und arbeitete dort 24 Jahre.

Zur Geschichte
Man nimmt an, dass die ersten menschlichen Aktivitäten bei Kleinhelmsdorf bis 5.000 Jahre vor unserer Zeit in die Jungsteinzeit zurückreichen. 1350 erfolgt erstmals die urkundliche Erwähnung des Dorfes als „Helwigesdorf“ im Lehnbuch von Friedrich dem Strengen, Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen. Um 1600 wird erstmals das Rittergut genannt. Besitzer ist Hannes J. Grempen von Freudenstein. Im Schwedischen Krieg im Jahre 1632 durchziehen die Truppen auch Kleinhelmsdorf. 1795 gibt es 28 Häuser. 1832 erhielt das Dorf eine eigene Schule. Die Schülerzahl der Acht-Klassen-Schule Weickelsdorf/ Kleinhelmsdorf beträgt 195. Sie werden von acht Lehrern unterrichtet. Zwei zusätzliche Klassenräume und ein Lehrerzimmer werden im ehemaligen Rittergut eingerichtet. 1875 wird das Baugeschäft Herrmann gegründet. Am 1. März 2004 wurden die Orte Kleinhelmsdorf und Weickelsdorf zur Gemeinde Heidegrund zusammengeschlossen. Diese wurde wiederum 2010 nach Osterfeld eingemeindet.

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