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Cord Gebert Cord Gebert
aktualisiert am 14.01.2020 um 11:18:28

Der Ort zum Sonntag: Folge 1 - Reinhard Keiser Stadt Teuchern

In diesem Haus in Teuchern wurde am 9. Januar 1674 Reinhard Keiser geboren. In diesem Haus in Teuchern wurde am 9. Januar 1674 Reinhard Keiser geboren.
Foto: W.-E. Mardas Galerie (2 Bilder) Galerie (2 Bilder)
345. Wiederkehr der Taufe des Komponisten Reinhard Keiser

Der Burgenlandkreis ist reich an historischen Persönlichkeiten.
Teuchern (wm).
Unmittelbar am Markt in Teuchern steht ein altehrwürdiges Haus, dem man seine Berühmtheit nicht auf den ersten Blick ansieht. Erst ein Schild macht darauf aufmerksam, dass hier am 9. Januar 1674 Reinhard Keiser, der Meister der frühen deutschen Oper geboren wurde (Das Haus befindet sich nicht mehr im Originalzustand.).

Und zur 345. Wiederkehr der Taufe des Komponisten lädt der Heimatverein Teuchern e.V. am 12. Januar ab 14 Uhr zu einer Festveranstaltung in das Haus „Zum grünen Baum“ in der Straße des Friedens 30 ein. In diesem Gebäude ist auch das Stadtmuseum untergebracht. Manfred Gießler, Vorsitzender des Vereins, erklärt: „Wir wollen den 345. Jahrestag der Taufe des Komponisten in den Mittelpunkt rücken, um auch bei uns in der Stadt, im Burgenlandkreis und darüber hinaus über den Menschen Reinhard Keiser zu berichten und ihn zu ehren. Der Stadtchor Teuchern wird das Programm musikalisch begleitet. Anschließend können alle Besucher die bisherige Ausstellung zu dem Komponisten und  das Museum besichtigen.“

Ein Leben voll Musik
Reinhard Keiser war der Sohn von Gottfried Keiser und dessen Ehefrau Agnes Dorothee Keiser, geb. von Etzdorff, Tochter eines verarmten Junkers. Gottfried Keiser war seit 1671 als Organist in Teuchern tätig; er verließ zwischen 1674 und 1675 seine Wirkungsstätte mit unbekanntem Ziel, so dass der Sohn vermutlich allein bei seiner Mutter aufwuchs. Am 13. Juli 1685 trat Reinhard Keiser in die von Johann Schelle geleitete Thomasschule zu Leipzig ein, wo er eine gründliche musikalische Ausbildung erhielt. Acht Jahre später brachte Keiser in Braunschweig am neuen Opernhaus am Hagenmarkt seine (vermutlich) erste Oper Basilius in Arkadien zur Aufführung und wurde im Jahr darauf als Nachfolger von Johann Sigismund Kusser zum Cammer-Componisten ernannt.

1697 siedelte er nach Hamburg über und stellte sich am dortigen Opernhaus am Gänsemarkt mit den Opern Mahumet II. und Der geliebte Adonis vor. Für dieses Haus, das er von 1703 bis 1707 gemeinsam mit dem Dramaturgen Drüsicke leitete, komponierte Keiser den Großteil seiner Bühnenwerke. In den Jahren 1700 und 1701 war er außerdem als Kapellmeister der Winterkonzerte tätig, die der kaiserliche Rat von Eckgh veranstaltete. Von Herzog Friedrich Wilhelm zu Mecklenburg erhielt er den Titel eines herzoglichen Kapellmeisters.

Johann Mattheson zufolge soll Keiser sich in der Öffentlichkeit „mehr als ein Cavallier, denn als Musicus“ betragen haben. Besonders im 19. Jahrhundert haben verschiedene musikalische Chronisten (z. B. der Händelforscher Friedrich Chrysander) allerlei fragwürdige Anekdoten über Keisers Leben kolportiert, möglicherweise weil außer den Uraufführungsterminen seiner Opern nur wenige zuverlässige biografische Daten vorliegen. Diverse Gerüchte über Keisers ausschweifenden Lebenswandel und eine angebliche Flucht vor dem drohenden Schuldengefängnis nach Weißenfels haben sich bei neueren Quellenforschungen als haltlos erwiesen.

Am 3. Januar 1712 heiratete er die bekannte Sängerin Barbara Oldenburg, Tochter des Ratsmusikers Hieronymus Oldenburg. Bald nach Ende der Direktion seines Nachfolgers J. H. Sauerbrey verließ Keiser Hamburg. Von Sommer 1719 bis November 1720 ist er in Stuttgart nachweisbar, wo er bei zahlreichen musikalischen Veranstaltungen mitwirkte, aber keine Anstellung finden konnte, da man am württembergischen Hof italienische Musiker bevorzugte.

Im August 1721 kehrte Keiser nach Hamburg zurück, wandte sich aber bereits Ende dieses Jahres nach Kopenhagen, wo er schon 1704 vergeblich um seine Erhebung in den Adelsstand nachgesucht hatte. Diesmal erhielt er die Ernennung zum königlich-dänischen Kapellmeister und brachte in Kopenhagen die Oper Ulysses zur Aufführung. Nach mehreren Besuchen in Hamburg ließ er sich 1723 endgültig dort nieder und schrieb weiterhin Opern für das Haus am Gänsemarkt, dessen Spielplan er gemeinsam mit dem neuen Direktor Georg Philipp Telemann beherrschte. 1728 wurde er schließlich Kantor am Hamburger Dom und widmete sich für den Rest seines Lebens überwiegend der Kirchenmusik.

Erinnerung vor Ort
Wer mehr über den  als einer der bedeutendsten deutschen Opernkomponisten des Barock wissen möchte, dem sei der Besuch der Veranstaltung am Sonntag, dem 12. Januar, 14 Uhr, empfohlen. Am Veranstaltungsort, dem Haus der Vereine „Zum Grünen Baum“, ist auch das bisher zusammengetragene Material über den Komponisten im Museum zu sehen.

Info: Sie kennen einen Ort, einen Platz, eine Straße oder einen Verein, über den wir an dieser Stelle berichten sollen? Steht ein Jubiläum an? Wurde etwas Tolles erreicht? Dann her damit!

E-mail: redaktion@supersonntag-zeitz.de oder per Post: Super Sonntag, Salzstraße 1, 06618 Naumburg

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